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Sonntag, 14. April 2013

Berlins Wirtschaftswachstum ist getrieben vom Bevölkerungswachstum

Was für eine tolle Nachricht für Berlin: Im Jahr 2012 war Berlin nach Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland mit dem zweithöchsten Wirtschaftswachstum (in dieser Kenngröße ist die Inflation bereits rausgerechnet). Der Zweite Platz ist zwar ein geteilter, da auch die beiden anderen Stadtstaaten um 1,2% wuchsen. Deutschland im Schnitt legte nur um 0,7% zu. Rechnet man allerdings das Bevölkerungswachstum heraus, welcher bei Berlin das höchste der Republik war, dann schmilzt das Wirtschaftswachstum pro Kopf dahin. Aus dem 1,2% werden 0,2% und aus dem (geteilten) zweitbesten Platz, wird der (geteilte) drittschlechteste Platz. Ein geringeres Pro-Kopf-Wachstum hatten nur noch Saarland und Sachsen. (Link alle Statistiken) (Artikel des Einflusses der Bevölkerungsentwicklung im Vergleich neue Länder/alte Länder)**

Grüße
Tim Leuther

Update: 05.06.13:
Durch den Zensus 2011 ändert sich nichts. Die Bevölkerung ist ja trotzdem um 1% gewachsen. Die "statistische Mehrbevölkerung" hat sich in den gesamten Zeitraum seit dem letzen Zensus angehäuft. Bzw Zensen (richtiges Plural von Zensus??), denn in Berlin (West)* war der letzte Zensus 1987 statt, in Ostberlin* sogar 1981.
*jeweilige Schreibweise der BRD/DDR.

**Da hab ich in der Statistik die Reihenfolge der Jahreszahlen andersrum, also die kleinere Jahreszahl oben, die größere Unten. Ich glaube aber so wie es in diesem Artikel (also die große oben) steht ist richtig, sicher bin ich mir aber nicht

Montag, 28. Januar 2013

Wehrpflicht im GG auch für Frauen? Frage auf Abgeordnetenwatch

Da nun die Wehrpflicht ausgesetzt wurde und der freiwillige Wehrdienst ausdrücklich auch Frauen offen steht, stellt sich meiner Ansicht nach die Frage ob im Grundgesetz die entsprechende Norm geschlechtsneutral formuliert werden sollte, um sicherzustellen das Falls die Wehrpflicht wieder in kraft gesetzt wird diese beide Geschlechter erfasst.
Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden. Art. 12a I GG
Dies ist meiner Ansicht nach ein wichtiger Schritt in der Gleichberechtigung beider Geschlechter. Einerseits ist es mit der Aussetzung der Wehrpflicht ein sehr theoretischer und symbolischer Schritt, andererseits zeigte sich in der Geschichte zeigte sich, das es sich keineswegs um eine Petitesse handelt, betrachtet man die geschlechtsspezifischen und demographieverändernden Mortalitätsraten in den beiden Weltkriegen.

Hierfür habe ich auf Abgeordnetenwatch Fragen mit ähnlichen Inhalt an alle Sprecher für Gleichstellung, oder falls nicht vorhanden, Frauenpolitik, der Bundestagsfraktionen gestellt.

   Dorothee Bär (CSU für die Unionsfraktion) Sprecherin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Link zur Frage auf Abgeordnetenwatch)
   Christel Humme (SPD), Sprecherin für Gleichstellungspolitik (Link zur Frage auf Abgeordnetenwatch)
   Michael Kauch MdB (FDP), Sprecher für Gleichstellungspolitik (Link zur Frage auf Abgeordnetenwatch)
   Yvonne Ploetz (Linkspartei), Sprecherin für Frauenpolitik (Link zur Frage auf Abgeordnetenwatch)
   Monika Lazar (Grüne), Sprecherin für Frauenpolitik (Link zur Frage auf Abgeordnetenwatch)
Musste leider einmal nachfassen (Link zu der Nachfassfrage auf Abgeordnetenwatch)

Ich bin auf die Antworten gespannt und hoffe mit meinem Anliegen auf offene Ohren zu treffen. Die Tatsache allerdings das die SPD anscheinend die einzige Fraktion ist die eine Gleichstellungssprecherin hat -der Sprecher der FDP ist eher für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben zuständig, werde aber aus Trotz ihn Fragen und nicht die Sprecherinnen für Frauenpolitik- lässt mich eher pessimistisches Vermuten. Ich hoffe jedenfalls das es nicht zu solchen nüchtern, objektiv betrachtet an Männerverachtung grenzenden Aussagen wie in der Debatte in Österreich kommt:
Wie würden Sie einem jungen Mann erklären, warum er sechs bzw. neun Monate seiner Studien- oder Ausbildungszeit opfern muss und gleichaltrige Mädchen nicht?
Dorothea Schittenhelm [ÖVP, konservative Partei Österreichs, Partnerpartei der Unionsparteien]: Ich schätze die jungen Herren, die den Wehrdienst oder Zivildienst erfüllen wirklich sehr, aber sie opfern nicht. Durch Ihre Tätigkeit haben sie viel mehr die Möglichkeit etwas zurückzugeben. Zusätzlich bekommen Sie eine Ausbildung zum Nulltarif und es entsteht für sie selbst ein Mehrwert. Sie lernen sich selbst kennen, erfahren Kameradschaft sowie soziales Verhalten und werden gefordert und gefördert. [Link]
Zurückzugeben? Ausbildung? Auch wenn ich es bezweifel: Vielleicht ist Österreich ein komplett anders funktionierende Land, mit einer komplett anderen Gesellschaft und die Österreichische Armee ein komplett anderer Verein als die Bundeswehr. Ich kann mir aber nicht vorstellen warum junge Männer im Gegensatz zu  jungen Frauen etwas "zurückgeben" sollen. Und eine "Ausbildung" von der (auch eher rudimentären) Qualifikation für Einsätze mit einer hohen Mortalitätsrate, abgesehen, halte ich auch eher für herbeigeredet.

Mit freundlichen Grüßen
Tim Leuther